"Am Anfang stand das Nichts. Ein endloses Meer aus gewaltiger alles verschlingender Schwärze. Ein Ozean, der alles einsog, was war und sein wird, ein Loch waberte durch einen Raum, wo kein Raum war, durch Zeit, als es keine Zeit gab. Unvorstellbar, der Ort vor Beginn des Seins und der Zeit.
Und doch gab es etwas, was in diesem Meer aus Nichts existierte. Ein klitzekleiner Funke aus Licht leuchtete in Mitten dieser gigantischen Schwärze. Es war ein kleines Flackern, winzig und doch wurde es nicht verschlungen. Es leuchtete hell, trotz der gigantischen Dunkelheit um ihn herum und egal wie sehr die Dunkelheit versuchte, dieses kleine Licht zu löschen, es ging nicht aus, es brannte weiter und leuchtete hell. Das kleine Licht konnte die ewige Dunkelheit nicht erhellen, genauso wenig wie die kalte Dunkelheit das heiße Licht löschen konnte.
Doch dann passierte etwas. Das Gleichgewicht wurde gestört. Irgend etwas hat dem kleinen Licht etwas gegeben. Ein Funken Energie hat das Licht bekommen und somit war das Licht stärker als die Dunkelheit drum herum. Das Licht hatte genug Kraft, die Dunkelheit zu erhellen. Eine Explosion erschütterte die endlose Dunkelheit, das Licht erhellte das Meer. Ein gewaltiges Spektakel aus Gewalt und Hitze, eine Rebellion des Lebens. Der Urknall. Eine Revolution gegen den Stillstand. Der Urmechanismus allen Seins.
Das war der Beginn des Seins, des Universums. Bald sollte ich entstehen und kurz darauf sollte bald das erste Leben kommen. Doch das endlos schwarze Meer wollte das Licht verschlingen. In diesem schöpferischen Licht wurden Schatten geboren. Wo Schaffen ist, ist auch Zerstörung, wo es Gutes gibt, gibt es auch Böses. Beide motivieren sich gegenseitig und treiben sich in ihrem Konflikt an. Entwicklung gegen Stillstand, Schöpfung gegen Zerstörung, Sein gegen Nichtsein. Ist das die ganze Welt? Was passiert, wenn das Licht alles erhellt hat und sich ausreichend verteilt hat. Ist dann das Licht die neue Dunkelheit in dessen Mitte eine neue Rebellion stattfinden wird? Gibt es etwas danach? Oder geht der Kreislauf von vorne los? Sind die Rebellen von heute die Diktatoren von morgen?"
Alphega blickte ruhig in die endlose Weite des Universums und sah dann zum blauen Feuer hinter dem das endlose Meer des Nichts war.
"Wir stellen uns seit Äonen die gleichen Fragen und bekommen keine Antwort. Vielleicht ist das Suchen die Antwort", sagte der Philosoph ruhig.
"Und nach was für einer Antwort suchst du? Deine beiden Teile sind vermutlich die reinste Form von Schaffen und Zerstören, die es gibt. Können diese beiden Faktoren miteinander harmonieren? Du hast dich in deine beiden Pole aufgespaltet und bist trotzdem immer noch unfähig, dich selbst anzusehen. Du kannst weder den Menschen in die Augen blicken, noch dir selbst. ", entgegnete Alphega.
"So ist er nun mal. Er ist ein schwaches kleines mitleidiges Wesen. Er kauert und versteckt sich und versucht etwas zu verstehen, was er nie verstehen kann", sagte Hyne.
"Du wagst es, mich zu kritisieren? Du hast alles verraten, was dich ausgemacht hat. Du bist nur ein schwacher Schatten des idealen starken Wesens. Die guten Eigenschaften habe ich, du bist nur eine leere Hülle, gefüllt mit dem ewigen Nichts", entgegnete der Philosoph.
"Und doch kannst du mich nicht ansehen. Du rennst vor mir davon. Dieses Universum ist eh dem Untergang geweiht. Nur durch den alles auslöschenden Untergang kann eine Wiedergeburt der Welt erreicht werden, nur wenn alles stirbt, kann ein Neuanfang gemacht werden. Die Menschen werden verbrennen und leuchtend empor entstehen, stark und schön als Teil von mir. Und dann werden wir etwas Neues schaffen", sagte Hyne.
"Der Tod erschafft gar nichts, er vernichtet nur. Wer die Welt ändern will, muss langsam und stetig dran arbeiten. Man muss sich selbst ändern und entwickeln, sich verstehen, um dann die anderen zu verstehen. Nur dann ist Änderung möglich. Man kann nicht das bestehende vernichten und auf Wiedergeburt hoffen. Man muss stets verhindern, dass alles einrostet und die Menschen so ändern", sagte der Philosoph.
"Leere Worte. Du verstehst den eigenen Sinn nicht. Du weißt nicht, was Liebe ist, du verstehst nichts, begreifst nichts!", sagte Hyne.
"Ich mag zwar so etwas nicht fühlen, aber manchmal meine ich, ich spüre es in Ansätzen. Dann kann ich mir vorstellen, was gemeint ist!", rief der Philosoph.
"Die wertlosen schwachen Menschen sollten in der Tat mit dir zusammen bei einen deiner Vorträge verbrennen, immer noch fanatisch daran glaubend, dass alles gut wird", lachte Hyne.
"Du hast Angst vor dem, was danach kommt. Was ist, wenn du dein Ziel nicht erreichst und das Universum nicht wieder in den Urzustand versetzt wird? Hast du Angst vor dem, was danach kommt? Hast du Angst, dass du eines Tages überflüssig bist und stirbst ohne wiedergeboren zu werden? Das ist es! Du fürchtest dich davor, dass du eines Tages selbst das starre System bist, der Reaktionär anstatt des Revolutionärs. Auch deine Existenz ist begrenzt. Du willst einen ewigen Kreislauf des Gleichen, damit du nach deinem Tod wiedergeboren wirst. Du wirst sterben, Hyne, selbst wenn die 'Aomes Trianirea' geboren wird. Doch du willst glorreich untergehen, damit du wiedergeboren wirst und alles noch mal machen kannst!", sagte der Philosoph.
"Erzähl mir nichts von Angst. Du hast Angst, dich selbst zu sehen. Du hast Angst, dich wieder mit mir zu vereinen. Warum? Weil du fürchtest, dich selbst zu verlieren. Du hast auch Angst zu sterben. Aber das ist okay, wir sind ja schließlich eins... trotz alledem", kicherte Hyne.
"Willst du nichts sagen? Nicht eingreifen? Wie lange willst du noch diese Ungerechtigkeiten mit ansehen?", fragte der Philosoph Alphega.
"Das steht mir nicht zu. Ihr beide existiert und seid mein Sohn. Ich gebe keinen auf", sagte Alphega.
"Und wann wird aus dem edlen Beobachter selbst ein Mörder? Schon einmal hat er dich reingelegt", sagte der Philosoph.
"Und du mit ihm", sagte Alphega ruhig.
Im langen Korridor der Terra, der zum Hangar führte, erhellte ein gedämpftes Aufblitzen für den Bruchteil einer Sekunde den Raum. Niemand war zu diesem Zeitpunkt anwesend, folglich hatte auch niemand etwas davon mitbekommen. Der Philosoph seufzte und nahm langsam seinen Arm von Squalls Schulter, nachdem er sich selbst und Squall mit Adryan in seinem Armen in das Luftschiff teleportiert hatte. Adryan gab kurz einen Laut von sich und schlummerte danach weiter.
"Er sollte schnell wo hin, wo es warm ist", meinte der Philosoph und betrachtete abgeneigt den dunklen kalten Raum.
"Er muss zu seiner Mutter...", sagte Squall, bevor er mit dem Philosophen den Gang verließ.
In einem der am nobelsten eingerichteten Villen in Deling-City saß die Familie Kitisa beim Essen. Cecil wirkte in letzter Zeit sehr abwesend, wenn er bei Tisch saß, aber da er der Präsident und das Oberhaupt des Cyclus Rates war, fragte niemand nach, da ohnehin eine nationale Angelegenheit wahrscheinlich der Grund dafür war. Völlig unerwartet piepste plötzlich Kitisas Kommunikator. Jeder am Tisch zuckte, Kitisa warf versehentlich sein Glas um. Bruno begann herzhaft zu kichern. Der Bissen, den er im Mund hatte, landete zum Teil am Tisch und zum Teil in seiner Luftröhre, sodass er heftig keuchen musste.
"Oh je, diese schöne Tischdecke. May, machen Sie das weg!", schnappte Frau Kitisa mit funkelnden Augen.
Während das Dienstmädchen das Chaos in Ordnung brachte, wandte sich Kitisa vom Tisch ab und widmete sich seinem unerwarteten Anrufer.
"Ja?"
"In zehn Minuten im Präsidentenpalast! Nicht erscheinen wird als Zuwiderhandlung angesehen. Ich werde Sie vor Ort instruieren!", kam eine ölige Stimme aus dem Kommunikator. Sofort wurde die Verbindung unterbrochen. Kitisas Hände zitterten, als er den Kommunikator einpackte.
"Es tut mir Leid", entschuldigte sich Cecil bei seiner Familie. "Ich muss schnell weg!"
"Binde dir wenigstens eine Krawatte um, Schatz", rief seine Frau hinterher, doch Kitisa war bereits im Flur verschwunden, schlüpfte in seinen Mantel und rannte zum Ausgang. Die Katze, die sich an sein Bein schmiegen wollte, wurde hastig weggetreten. Bevor er das Haus verließ, warf er noch einen letzten Blick auf seine Familie im Esszimmer, die auf das Jaulen der Katze aufmerksam geworden waren und Cecil ansahen. Dann verließ er die Villa und sprang in den Wagen, der ihn zum Palast fuhr.
Squalls und Adryans Rückkehr hatte sich noch nicht herumgesprochen, was für die beiden bedeutete, dass sie mit Rinoa ungestört zusammen sein konnten. In der Terra war es im Moment sehr leise und düster, doch das war der Familie, die so bisher noch nie zusammen gewesen war, mehr als nur recht. Das Türschloss gab ein Knacken von sich, nachdem Squall es von innen abgeschlossen hatte. Dann setzte er sich auf das Bett neben Rinoa und legte den Arm um sie. Rinoa schmiegte ihren Kopf sanft und doch fest an Adryans, den sie in ihren Armen hielt.
"Sechs Monate..."
"Und keine Zeit all das nachzuholen", seufzte Squall.
"Ich habe mich schon so oft gefragt, ob wir so was jemals erleben würden. Und ob wir überhaupt noch zu einer normalen Familie werden können...", sagte Rinoa und beobachtete weiterhin Adryan.
"Wir dürfen jetzt nicht aufgeben. Unser Ziel liegt schon so nahe", antworte Squall automatisch. Wenige Sekunden später wurde ihm bewusst, dass er so etwas schon lange nicht mehr gesagt hatte. Er fühlte sich irgendwie stärker. Waren es etwa diese neuen Fähigkeiten, die er sich angeeignet hatte? Oder waren es die Fähigkeiten, die sich ihm angeeignet hatten? Squall dachte an Emily, an den Philosophen und an Rinoa und Adryan, die zum ersten Mal vereint waren. Eine Wärme umgab ihn. War es das? Adryan zurückzubekommen war wie ein erster Sieg. Und die Freundschaft mit Emily und dem Philosophen wie zwei weitere. Der Philosoph... Squall stand auf.
"Rinoa, wir müssen mit den anderen reden."
"Warum gerade jetzt?"
"Uns läuft die Zeit davon."
"Ja, aber solange Hyne seine zweite Hälfte nicht findet, haben wir nichts zu befürchten", wollte ihn Rinoa beruhigen.
"Darüber will ich mit euch sprechen..." Squall setzte sich wieder. "Du erinnerst dich doch noch an das Video mit Aloin... Der Philosoph ist... Hynes... andere Hälfte..." Rinoa schwieg ein paar Sekunden, bis Squall klar war, dass sie nichts dazu sagen wollte und er fortsetzte.
"Er ist hier in der Terra. Er braucht unsere Hilfe."
"Er ist hier!?"
"Wir müssen ihm helfen. Er ist nicht wie seine andere Hälfte, du musst mir glauben. Warum glaubst du hat er uns schon so oft geholfen? Warum hat er uns nicht getötet, wo er doch theoretisch oft genug die Möglichkeit dazu hatte?"
"Warum haben uns Prokylta und Hyne immer am Leben gelassen, wo sie doch auch oft genug die Chance hatten, uns zu töten?", lautete Rinoas Gegenfrage.
"Sie verstehen immer noch nicht, oder? Sie sind der Schlüssel, Squall. Sie sind der Schlüssel zu der Zukunft. Mit Ihnen steht und fällt alles."
Squall zuckte zusammen. Hektisch sah er sich in diesen kleinen vier Wänden um. War das nicht eben Zed? Es klang nach einem Echo. Einem Widerhall aus seinen Erinnerungen. Er fasste sich am Kopf.
"Was hast du?", fragte Rinoa beunruhigt nach.
"Nichts. War wohl nur eine Einbildung...", murmelte Squall. "Wir müssen die anderen jetzt in das Geheimnis einweihen. Hyne sucht nach dem Philosophen, das bedeutet, er wird versuchen, die Terra aufzuspüren." Rinoa sah besorgt zu Squall, der die Tür wieder aufsperrte und vor hatte zu den anderen zu gehen.
"Er ist gefährlich. Wir reden immerhin über Hyne."
"Und hast du irgendeinen anderen Vorschlag?", fragte Squall.
Rinoa blieb ruhig. Dann sagte sie etwas tonlos:
"Geh schon. Ich werde hier bleiben. Für Adryan ist das viel zu laut. Er braucht Ruhe."
Squall nickte und war dann weg. Adryan begann plötzlich zu weinen. Rinoa wiegte ihn vorsichtig mit ihren Armen. Sie hatte sowas noch nie zuvor gemacht, aber anscheinend funktionierte es, denn kurze Zeit später, war er wieder in tiefem Schlaf. Dann betrachtete sie ein Foto von Squall und ihr, das auf dem Tisch stand. Sie machte sich nicht nur um den Philosophen Sorgen...
Cecil Kitisa eilte in den Konferenzsaal. Einige Minister, Sekretäre und Ratsmitglieder waren anwesend, standen verteilt im großen Saal rum und starrten Kitisa mit leeren Blicken an. Kitisa sah sich um, Zed war nirgends zu sehen. Stattdessen kam ein großer, dünner, fast schon abgemagerter Mann mit einem Notizblock in seinem Arm auf ihn zu.
"Guten Tag. Ich wurde als Nachfolger von Gareth Balmung als Ihr Berater zugeteilt", begrüßte der Mann seinen Boss und kaute dabei auf einem Zahnstocher rum.
Kitisa erkannte die ölige Stimme vom Kommunikator wieder. Er nickte ihm zu und wollte zu seinem Platz schreiten.
"Sir!", rief der Mann mit dem Zahnstocher und ging Kitisa hinterher. "Ich habe hier Anweisungen von Aomes Trianirea."
"Sie sind bei Aomes Trianirea?"
"Nein, aber diese Organisation hat mich zu Ihrem Berater befördert. Ich war natürlich etwas skeptisch, aber nachdem die Vertreter sagten, sie bräuchten dringend jemanden wie mich, konnte ich klarerweise nicht ablehnen."
"Lassen Sie mal sehen", sagte Kitisa und nahm sich den Umschlag. Während alle ihre Plätze einnahmen öffnete er ihn. Es war ein Brief. Er erkannte die geschwungene Handschrift sofort wieder.
Lieber Cecil,
die Operation, von der ich dir beim letzten Mal erzählt habe, ist glücklicherweise schon abgeschlossen worden. Zu deiner Erinnerung: Damit deine Gesetze besser durch den Cyclus Rat durchkommen, haben wir ausgewählte Mitglieder durch Doppelgänger, sog. Replikanten ersetzt. Natürlich ist auch dein Kabinett ersetzt worden. Wir wollen ja nicht, dass du irgendwelche kleinen Dummheiten machst. Du siehst, Cecil, dein Wohlergehen liegt uns allen am Herzen.
Die Replikanten werden deine Wiederwahl sichern und die neuen Gesetzesentwürfe ratifizieren. Du wirst als erstes das Oberkommando über die Luftschiffarmada übernehmen und dann das SEED-Schiff Terra ausfindig machen und zerblasen. Alles Weitere erfährst du durch das Kabinett.
Ich bin sicher, du bist dieser schwierigen Aufgabe mehr als gewachsen.
Mit Hochachtung,
Prokylta
Kitisa sah geschockt in die Menge, die teilnahmslos zurück starrte.
"Ich nehme an, Sie alle haben die Tagesordnungspunkte gelesen", sagte Kitisa und führte sich noch mal vor Augen, dass die meisten Anwesenden hier keine Menschen waren. So weit war es also gekommen. Die Welt wird im wahrsten Sinne des Wortes von Monstern regiert.
"Kommen wir zum Wesentlichen, Cecil", sagte ein Ratsmitglied. "Eine Person, die auf den Namen 'Philosoph' hört, befindet sich in Obhut der SEEDs. Für den erfolgreichen Abschluss von Phase 3 und 4 des göttlichen Plans unseres Schöpfers Hyne, ist es von essentieller Bedeutung, diese Person in unseren Gewahrsam zu bringen."
Kitisa lief es kalt den Rücken runter. Das konnte doch nur ein Albtraum sein. Seine Blicke gingen durch den ganzen Saal. Es waren relativ wenige anwesend und ausschließlich die wichtigsten Regierungs- und Ratsmitglieder.
"Nun... Ich... Hat jemand Vorschläge, wie wir vorgehen werden?", fragte Kitisa unsicher.
"Herr Präsident!" Eine geschminkte Frau im knallroten Kleid mit schwarzer Schärpe und hohen Lederstiefeln trat hervor. "Mein Name ist Quistis Trepe und bin ein bedeutendes Mitglied der Sekte Aomes Trianirea, die bei den SEEDs als Spionin in einer ranghohen Position arbeitet."
Kitisa war verwundert. Er kannte Quistis gut. Sie hatte bei den SEEDs eine wichtige Rolle inne.
"Ich habe einen Peil-Sender zur Verfügung gestellt bekommen. Sobald ich wieder in der Terra bin, könnt ihr die SEEDs damit lokalisieren. Danke", sagte Quistis und setzte sich wieder.
"Dann sei das geklärt. Jetzt heißt es abwarten, bis die Abstimmung stattfindet. Zur Vorbereitung für den Großangriff zur Vernichtung der SEEDs würde ich vorschlagen, dass wir alle militärischen Ressourcen mobilisieren und in Stellung bringen", erklärte Kitisas neuer Berater, der immer noch auf seinem Zahnstocher kaute.
"Das Waffenarsenal von Per Manum, das von General Caris verwendet wurde, steht uns übrigens zur Verfügung. Galbadia allein besitzt somit mehr Feuerkraft als die gesamte restliche Welt zusammen", fügte der Verteidigungsminister hinzu. Alle nickten zufrieden. Dann beendete Kitisas Berater die Sitzung. Die Anwesenden verließen nacheinander den Raum, bis auf Kitisa. Er starrte auf die leeren Sitze vor dem Pult. Was würde als nächstes kommen? Die Regierung und die Oberhäupter der SEEDs standen auf der Seite der Sekte. Und er, der einst gegen die Verschwörung ankämpfen wollte, war nun nach wie vor die wichtigste Marionette. Per Manum, Zed und Aomes Trianirea. Er war schon so lange immer tiefer und tiefer gefallen. Hatte er jetzt die Hölle erreicht?
Mit einem impulsiven Tritt zerlegte Xelto die alte Holztür und betrat das baufällige Haus am Waldrand. Er sah sich um. Es hatte sich nichts verändert. Die Mauern waren dreckig und der Verputz bröckelte von den Wänden. Die Decken waren gezeichnet von Spinnenweben, an denen sich der Staub ansammelte. Es roch nach morschem Holz... und nach Suppe. Xelto ging in den nächsten Raum. Auf dem Ofen stand ein brodelnder Topf. Er ging um die Ecke, in den Raum, der mal ein Wohnzimmer gewesen war. Die Wände waren in diesem Raum besonders stark beschädigt und hatten teilweise riesige Löcher. Überall war noch Graffiti zu erkennen: Strichmännchen mit der Beschriftung "Xelto", die durch die zerstörten Wände nur mehr teilweise vorhanden waren. Plötzlich spürte Xelto etwas Kaltes an seinem Hals drücken. Jemand legte von hinten einen Dolch an seine Kehle an.
"Da schaust du, was?", fauchte Lauren. Xelto fühlte ihr zorniges Atmen im Genick. Dann warf er sich hastig nach hinten und trat mit einer halben Drehung in der Luft Lauren kräftig in den Oberschenkel. Beide landeten am Boden, Xelto kickte ihren Dolch weg und warf sich auf sie.
"Dummes kleines Kind!", spottete er.
"Ich hasse dich! Elender Dreckskerl! Wo warst du?"
"Dorthin, wo ich dich jetzt mitnehmen werde", entgegnete Xelto und stand auf. Lauren sprang wütend auf und gab ihm eine Ohrfeige.
"Das hättest du wohl gerne! Lässt mich einfach hier warten und..." Xelto fasste sie an den Schultern, drückte sie zu sich und küsste sie. Lauren presste mit ihren Handflächen gegen seine Brust, bis er sie schließlich losließ. Lange stand sie ihm gegenüber und sah ihn verachtend an.
"Es ging nicht eher", seufzte Xelto schließlich. "Tut mir Leid..."
Vorsichtig näherte er sich Lauren und umarmte sie.
"Ich weiß, dass ich dein Spielzeug bin. Du musst mich nicht daran erinnern", meinte Lauren resigniert.
"Wir spielen hier nicht mehr. Es wird Zeit, dass wir kämpfen."
"Ja, für deinen Traum", antwortete Lauren ironisch.
Xelto schwieg und ging nach draußen zu seinem Gleiter, wo er auf Lauren wartete.
"Alle warten auf uns! Beweg endlich deinen Arsch da raus!"
Zähneknirschend folgte sie ihm schließlich.
"... Adryan ist im Moment bei Rinoa, die beiden möchten alleine sein. Das ist alles, was ich vorerst zu sagen habe", beendete Squall seine lange Erklärung um die Geschehnisse der letzten Tage. Der Kreis seiner Freunde und SEEDs sah ihn erstaunt an.
"Ah... Also... Ich glaube, ich peil da was nicht ganz...", sagte Xell. "Hab ich dich richtig verstanden und dieser Typ hinter dir ist Hyne?"
"Hyne besitzt zwei Hälften, die seine böse zu vereinen versucht und..."
"Das haben wir schon gehört, Squall. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass das da Hyne ist", versuchte Irvine zu verdeutlichen und versuchte dabei Squall gegenüber so verständnisvoll wie möglich zu sein. Der Philosoph lehnte an der Wand und sah die anderen anscheinend teilnahmslos an.
"Was mich viel brennender interessieren würde, ist, wie wir Hyne endgültig den Garaus machen können", bemerkte Cifer und stellte somit die Frage, die sich keiner dem Philosophen zu stellen traute. Der Philosoph drehte sich von ihm weg.
"Ich habe nicht vor zu sterben. Wir sind eins... Ich werde nichts dazu sagen..." Cifer stand kopfschüttelnd auf.
"Du musst es ja selbst wissen. Ich geh jetzt und werde Xelto davon berichten, sobald er wieder hier ist. Ich bin mal so frei und lasse euch entscheiden. Auf jeden Fall werde ich Hyne nicht einfach so weitermachen lassen", sagte er und verließ die Brücke.
"Heißt das dann, wenn der Philosoph stirbt, dann..." Selphie brach akut ab, als sie Squalls Blick sah.
"Dann wäre es doch ein leichtes Spiel, wenn sich der Philosoph einfach opfern würde", setzte Xell plötzlich fort und ging auf Squall und den Philosophen zu.
"Xell!", fauchte ihn Squall wütend an, doch er reagierte nicht drauf.
"Überlegt doch mal! Wir wollen Hyne vernichten, was dann auch das sichere Ende für unseren Freund bedeuten würde..."
"Xell!", brüllte Squall ein zweites Mal.
"Ich meine, sein Schicksal bleibt ihm nicht erspart. Warum sollten wir noch mehr riskieren, wenn wir diesen Spuk, der uns schon so lange begleitet...", Xell unterbrach für einen Moment und holte Luft, "wenn wir ihn JETZT und HIER beenden können?"
"Xell, es reicht!", sagte Edea plötzlich und stellte sich vor den Philosophen.
"Ich setze mich für euer Leben ein, aber nicht für meinen Tod", meinte der Philosoph und verschwand plötzlich in einem Aufblitzen. Xell konnte Squall nicht mehr ins Gesicht sehen. Er trat gegen die Wand und lehnte sich mit den Armen dagegen.
"Ich weiß, dass es falsch ist", sagte er verzweifelt, "aber was sollen wir sonst noch tun?"
"Wir können unsere Zukunft nicht auf Leichen bauen, wie jene, deren Taten wir missbilligt haben", erklärte Edea.
"Aber es ist doch nur eine einzige Person. Er ist nicht einmal ein Mensch."
"Du bist genau wie Niko einst war", entgegnete Squall kalt.
"Ich bin nicht wie Niko!", brüllte Xell und fasste Squall am Kragen. Dann senkte er seinen Kopf. "Ich will diese Welt retten und das mit so wenigen Opfern wie möglich. Aber das verstehst du als Ex-SEED ja nicht."
Squall wollte Xell gerade antworten, als auf einmal was passierte. Alles drehte sich, ihm war auf einmal schwindelig. Sein Bauch zog sich zusammen, als müsse er gleich brechen. Er hielt sich an Xell fest und nicht umgekehrt. Es war, als würde er unter seinen Füßen in ein tiefes Loch fallen...
Squall spürte, wie er fiel und fiel. Unter ihm war nichts als die gewaltige Leere. Er spürte, wie er nach unten fiel... die endlose Schwärze raste an ihm vorbei. In der Ferne sah er undeutlich das blaue Feuer. Er fiel auf das Feuer zu, er konnte nicht anhalten.
Es kam näher und näher...
Etwas griff ihm am Fuß. Er kam ein paar Meter vor dem blauen Feuer zum stehen.
Squall sah zu seinem Fuß und entdeckte etwas, das wie ein Tentakel aussah... nur es leuchtete in einem strahlenden weiß.
Er spürte, wie das Feuer ihn zu sich ziehen wollte... Er streckte eine Hand aus... wie fühlte sich dieses Feuer an...
Es gab einen Ruck und Squall fühlte, wie er nach oben gezogen wurde. Plötzlich sah er unter sich die Insel des Lichtes...
Der Tentakel ließ ihn los. Squall fiel runter und bereitete sich auf einen heftigen Aufprall vor. Der Boden jedoch gab sanft nach und bremste seinen Sturz. Es fühlte sich an, wie ein sehr sanftes Kissen. Squall sah undeutlich, wie der Fangarm langsam im Boden verschwand.
Jemand reichte ihm die Hand. Squall griff sie und ließ sich auf die Beine helfen und blickte in Alphegas besorgtes Gesicht.
"Vorsicht ist geboten. Ich musste unseren Treffpunkt noch näher an das Feuer heranlegen... das letzte Mal war zu knapp. Und außerdem habe ich gespürt, dass deine Gedanken bei jemand anderes waren", sagte Alphega.
"Ich... hatte Angelegenheiten in Dollet zu erledigen", gab Squall kurz zurück.
Alphega sah ihn kurz an und fuhr dann sanfter fort.
"Ich musste dich sehen, denn unsere Zeit verrinnt immer mehr. Die Zeit der Konfrontation ist nahe und damit auch die Zeit der Wahrheit. In den letzten Stunden habe ich dir so manches über das Universum und Hyne erzählt. Das mag interessant oder auch nicht gewesen sein, ich denke, wir sollten jetzt langsam dazu gehen, diese ganzen Weisheiten zusammenzuknüpfen und mehr auf dein persönliches Schicksal zu beziehen, damit aus den Einzelteilen ein Bild wird", sagte Alphega wie ein alter Lehrer, der am Anfang einer Schulstunde einen kleinen Vortrag hält.
"Und was ist dieses ominöse Bindeglied?", fragte Squall, immer noch etwas sauer, dass er mit Gewalt hier gelandet war.
"Die Zeit und die Realität. Aber dazu sollten wir etwas hinter die Kulissen blicken", sagte Alphega.
Er zeichnete mit der Hand in der Luft ein großes Viereck. Dann öffnete er es wie eine Tür. In mitten des Universums war auf einmal eine Tür! Squall konnte nur weiß erkennen.
"Wir sollten das Universum kurz verlassen, um einen besseren Überblick zu erhalten", sagte Alphega locker.
"Das Universum verlassen? Geht das?", fragte Squall erstaunt.
"Squall, was ist die einzige Grenze?", fragte Alphega amüsiert.
"Die der Vorstellungskraft?"
"Nach dir, Squall."
Squall trat durch die Tür und fand sich in einem komplett leeren Raum wieder. Er war komplett weiß, nichts anderes war zu erkennen. Er hatte keine Grenzen, keine Wände, nicht einmal einen Boden. Alphega folgte ihm rasch. Als sich Squall umdrehte, bemerkte er zu seinem Erschrecken, dass das Universum immer noch da war. Es türmte sich vor Squall auf und er konnte seine Grenzen nicht erkennen, doch fast meinte er, dass das Universum etwas kugelförmig war...
"Das Universum ist stets flexibel und elastisch. Es besteht wie ein großer Körper aus ständigen Vorgängen. Es zieht sich zusammen und dehnt sich aus. Groß, mächtig, flüssig und für uns nicht fassbar. Deswegen werden die Wissenschaftler es nie in einem erfassen können, denn es verändert sich stets und ist somit nicht in Gesetzen auszudrücken. Das Einzige, was sie machen können, ist das Fundament zu erforschen. Doch selbst, wenn sie mich in eine Formel bringen, wird mich das wohl kaum erfassen können. Eine Formel kann nicht sprechen.
Die Zeit ist wie die Realität. Es gibt einen Ursprung und mehrere Auswüchse. Am ehesten mit einem Baum zu vergleichen. Ich bin der Ursprung, die Basis allen Lebens, doch nimmt das Leben verschiedenste Formen an. Bei der Zeit ist es genauso. Sie schreitet voran, wie ein Baum wächst. Dann verzweigt sie sich, es sind mehrere Möglichkeiten gegeben, doch nur eine kann eintreten. Welche eintritt, bestimmen verschiedene Faktoren", sagte Alphega.
"Wir wählen, oder?", fragte Squall.
"Ja, wobei vieles andere da mitspielt. Es gibt tausende Faktoren, die mitbestimmen. Keine Wahl ist wirklich hundertprozentig frei und das ist auch gut so. Du hättest zum Beispiel die Wahl jetzt in diesem Moment zu sterben. Das würde die Zukunft verändern. Allerdings stehen die Chancen dazu eher schlecht. Überlege mal, wenn du immer frei in deinen Entscheidungen wärst. Du müsstest dich in jedem kleinen Augenblick für das Leben entscheiden. Das würde dich behindern.
Und dennoch würde das Universum deinen Tod akzeptieren und dann eine entsprechende Realität dazu entwickeln. Und das bringt uns zum Punkt. Die Zeit hat viele Abfälle, Realitäten, die nie eingetreten sind und dennoch existieren, in den allmächtigen Zeitspalten. Personen, die nie geboren wurden, leben dort und andere kleine Momente. Manchmal sprechen diese anderen Realitäten mit uns und zeigen uns andere Wahrheiten", sagte Alphega.
"Wie?"
"Durch Träume. Deine Freundin Rinoa hatte lange Träume aus einer anderen Zeitperiode... eine Zeit, in der du tot warst... und das bringt uns zu dem Mythos des SLs", sagte Alphega.
Die Kugel schien zusammenzuschrumpfen. Sie schrumpfte bis sie nur ein kleiner Punkt war, ein kleiner schwarzer Fleck in mitten von weiß. Dann vernetzte sich das Schwarze auf einmal...es wurde zu etwas... zu etwas Baumartigen. Ein Baum aus gelbem Licht. Unten, tief unten war etwas Leuchtendes... ein großer Stamm, doch dann verzweigten sich die "Äste" bis ins Unkenntliche. Der Baum erstreckte sich jenseits aller Grenzen.
"Der kosmische Lebensbaum... alles was war und was noch sein wird. Jede mögliche Realität, die eintreten kann. Jedes Szenario durchgespielt bis ins endlose. Unvorstellbar", sagte Alphega.
Squall betrachtete den gigantischen Baum. Dann sah er auf einen kleinen Ast und sah auf einmal einen Menschen. Ein Junge steht vor einem riesigen Abwasch. Dann verzweigt sich der Baum. Auf einem der Äste wäscht der Junge ab, auf dem anderen geht er. Squall verfolgte die Äste weiter und stellte verblüfft fest, dass auf einem Ast der Junge arm war und auf einem anderen reich.
"Wir können nie vorhersehen, welche Entscheidungen wirklich wichtig sind. Doch um uns da durch zu leiten, gibt es die innere Stimme und die Faktoren", sagte Alphega.
Squall blieb stumm. Er war zu überwältigt von all dem.
"Kurz nach der Schaffung des Universums, als die Zhabanen geboren wurden, sah Hyne eine dieser alternativen Realitäten, eine Vision, eine Möglichkeit aus ferner Zukunft. Sie wurde ihm von einem mysteriösen Lichtwesen zugespielt. Er sah undeutlich zwei Wesen, nämlich Menschen, die sich auf eine Art ergänzten, wie er es nie für möglich gehalten hatte und die Grenzen des Universums sprengten, die aus einem Kreislauf ausbrechen konnten. Er bekam zusätzlich zwei Signale, die ihr als SL und LHZ kennt. Die Legende des SL war geboren.
Hyne wollte ein Teil dieses Paares sein und schuf sich eine Frau, eine Ergänzung. Er nannte diese Frau 'Menschheit'. In Wahrheit schuf er die Menschen als Gegenpol für sich. Doch seine andere Hälfte lehnte ihn ab, die Menschen waren, wie wir das letzte Mal gesehen haben, weiter als er. Er als erster Abgelehnter wurde zum furchtbaren Monster.
Denn die Legende besagt, dass, wenn diese besondere Verbindung nicht zu Stande kommt, die beiden Wesen in unstillbarer Leidenschaft Neid und Gier entwickeln und zu großem Bösen heranreifen würden.
Das nächste potentielle Paar war Zebarga und Baskarune, doch auch das scheiterte. Viele Generationen später, viele Paare später, entwickelte sich zum ersten Mal etwas Neues. Auch hier scheiterte die Beziehung, doch nur einer wurde verrückt, der andere erschuf sich die Freiheit und liebte erneut und bekam einen Sohn. Ich rede natürlich von Laguna und Julia. Laguna weigerte sich, er trauerte, doch dann ging er weiter. Er akzeptierte die Lebensumstände und wurde glücklich. Der Beweis bist du, Squall", sagte Alphega.
Squall sah auf den Boden...
"Und Rinoa und ich, wir sind wieder... ein potentielles Paar?", fragte er schließlich.
Alphega nickte.
"Aber wieso? Ich dachte, man ist frei. Was soll dann eine Prophezeiung?", fragte Squall.
"Die Prophezeiung sagt nicht die Zukunft, sondern eine Chance, ein Potential, das manche Menschen haben. Wie gesagt, viele Entscheidungen sind wichtig. Doch die finale Entscheidung zum Schicksal der Welt ist die Entscheidung zur Liebe", sagte Alphega.
Squall kamen aus der Ferne ein paar Worte ins Ohr... Fibs Worte...
"Du hast die Kraft zu verändern".
"Und dennoch - und nun kommt der wichtigste Teil - gibt es eine bedeutende Kraft im Universum, die das nicht zulassen will. Die Zerstörerin und die Schöpferin. Eine Lichtgestalt, die endlos schöne Göttin 'Aomes Trianrea'. Sie war immer und wird immer sein. Die meiste Zeit ist sie unsichtbar im Grunde des Universums verankert, doch gegen Ende wird sie geboren werden. Mit ihrem Tod wird alles in den Urzustand versetzt und alles neugeboren. Sie will nicht, dass diese Verbindung zu Stande kommt. Sie setzt alles dran, euch auseinander zubringen. Sie sendete Rinoa ihre tiefsten Ängste. Und dir bürdet sie nur Probleme auf, weil du das einzige Kind bist, das nie hätte existieren dürfen. Und mit Adryan wird sie das gleiche machen."
"Warum?"
"Sie will ihre Geburt inszenieren", sagte Alphega rätselhaft.
Squall sah Alphega verwirrt an. Er lachte kurz und schwebte dann mit Squall dem Baum nach oben bis er an einer bestimmten Stelle war.
"Dies ist deine Entscheidung, die alles in Bewegung gesetzt hatte", sagte Alphega.
Squall sah verwirrt an die Gabelung und sah sein eigenes Gesicht. Er irrte in der Zeitkompression umher und fiel tot um. Dann kam Rinoa auf ihn zu.
Ein dicker Ast zeigte Rinoa kreischend über seinen Körper beugen. Er war eindeutig tot. Auf einem anderen, dünneren Ast sah Squall die Wirklichkeit, wie er sie erlebt hatte. Er schlug die Augen auf und Rinoa schloss ihn in die Arme. Er verfolgte den dünnen Ast und sah sein Leben danach: Der Kauf der Wohnung in Balamb, die Geburt seines Sohnes...
Manchmal gingen hauchdünne Äste ab, wo er anscheinend einfach aufgehört hatte zu atmen. Diese dünnen Äste führten zum dicken Ast, wo das Szenario gezeigt wird, wie das Leben nach Squalls Tod weitergehen würde. Viele dünne Äste führten vom dünnen zum dicken Stamm...
"Verstehe, ich soll also sterben", sagte er langsam.
"Vor sechs Jahren in der Zeitkompression war es fast hundertprozentig gesichert, dass du sterben solltest. Doch du lebtest. Du hast mit Adryan und Rinoa eine Wirklichkeit erschaffen, die so nie existieren sollte. Sie mag zerbrechlich und unwahrscheinlich sein und doch existiert sie. Hyne und Prokylta, als Diener der 'Aomes Trianirea' wollen dir diese Wirklichkeit wegnehmen", sagte Alphega.
"Und wer ist 'Aomes Trianirea'?", fragte Squall.
Alphega schwieg.
"Wer ist diese Tussi, die mir alles wegnehmen will?", fragte Squall wütend.
"Du solltest gehen. Das nächste Mal, Squall, das nächste Mal", sagte Alphega.
Bevor er was tun konnte, spürte Squall einen heftigen Druck in der Brust und sah Alphega schnell im Nichts verschwinden, während er immer höher stieg. Doch er wollte nicht nach oben, er wollte die Wahrheit wissen.
"Ich muss es wissen!", schrie Squall.
Dann auf einmal sah er sich selbst. Schattenhaft und geisterhaft sah er sich schimmernd vor sich stehend.
"Ich bleibe hier. Ich werde Alphega finden und dann werden wir gemeinsam die Wahrheit herausfinden", sagte der schimmernde Squall...
Xelto landete mit seinem Gleiter im Hangar der Terra. Lauren stieg nach ihm aus und folgte Xelto mit unsicheren Schritten. Einst waren die SEEDs ihre Feinde, jetzt sollten sie Seite an Seite mit jenen an vorderster Front kämpfen. Sie war wirklich nur ein Spielzeug Xeltos, dachte sie sich.
Xelto und Lauren verließen den Hangar. Im Gang warteten Cifer, Dario und Nimbley auf sie.
"Xelto!", rief Dario erfreut. "Ist das deine Freundin?"
"Nein... Nein... Das kann doch nicht wahr sein! Fratzen! Xelto, du..." Xelto sah Lauren wütend an. Dann stampfte sie auf den Boden, kehrte in den Hangar zurück und warf mit aller Kraft die Tür zu.
"Will schon wieder abhauen", murmelte Cifer.
"Ohne Schlüssel bestimmt nicht", antwortete Xelto und ließ einen Schlüsselanhänger um seinen Finger rotieren. "Soll sie eben da drin bleiben und schmollen."
"Das finde ich aber nicht nett", sagte Dario und errötete ein wenig.
"Nun, wenn du selbst mal eine Freundin hast, dann wirst du sehen, dass dieser Umgang manchmal der beste ist", meinte Xelto und ließ Darios Gesicht somit endgültig eine intensive rote Farbe annehmen.
"Dario wird schon wieder rot", rief Nimbley und war ausnahmsweise wieder ein bisschen fröhlicher. Dario sprach schnell weiter:
"Das hört sich aber nicht besonders romantisch an."
"Na ja, es gibt auch schöne Seiten", sagte Xelto schließlich.
"Wir haben übrigens etwas erfahren, was Hynes zweite Hälfte betrifft", begann Cifer schließlich, um auf den Punkt zu kommen.
Man hatte Squall auf die Krankenstation gebracht. Rinoa eilte sofort mit Adryan dort hin, nachdem sie erfahren hatte, was geschehen war. Sie bat die anderen zu gehen, die ihrer Bitte ungern nachkamen.
"Ist er noch immer nicht da?", hörte Rinoa plötzlich eine fürsorgliche Stimme hinter ihren Rücken fragen. Sie erschrak, als sie den Philosophen sah. Wie war er nur reingekommen?
"Du bist..."
"Das ist jetzt nicht wichtig. Squall sollte bereits wieder hier sein", erklärte der Philosoph und nahm das Amulett, das Squall um den Hals trug, in die Hand. Der Philosoph schloss die Augen, Rinoa sah ihn verwundert zu. Plötzlich schreckte Squall hoch und griff nach dem Amulett, das der Philosoph fest in seinen Händen hielt. Squalls Augen glänzten, doch nach wenigen Sekunden sank Squall erschöpft zurück und schnappte nach Luft. Rinoa beugte sich besorgt über ihn.
"Squall", hauchte sie mit einer leichten Schärfe.
"Rinoa... Bist du das?" Squall richtete sich langsam auf und beruhigte sich wieder. "Was ist passiert?"
"Du warst im Traum gefangen. So etwas ist gefährlich. Warum bist du nicht zurückgekehrt?", wollte der Philosoph wissen.
"Ich weiß es nicht... Da war irgendwas... Ich kann mich nicht mehr erinnern..."
"Die anderen machen sich schon Sorgen um dich. Wir sollten rauf gehen, wenn du wieder fit bist", meinte Rinoa.
"Ich werde mich zurückzuziehen, solange ich den anderen Unbehagen bereite", sagte der Philosoph während Squall sich vom Bett erhob.
"Nein, sie haben es inzwischen akzeptiert", sagte Squall.
"Woher willst du das wissen?", fragte der Philosoph etwas ungläubig. Ja, woher wusste Squall es? Er hatte die Gedanken gehört. Jetzt wurde es Squall bewusst: Er spürte, was die anderen auf der Brücke gerade dachten. Doch plötzlich spürte er auch etwas anderes...
Unter dem Sofa des Meditationsraumes holte Edea einen Kommunikator raus, den sie dort versteckt hatte. Es war die momentan einzige Verbindung zu Niko. Eine neue Nachricht war angekommen. Sie enthielt einen Anhang.
"Anbei eine Liste mit allen Hyniten der SEED-Einheit. NKG."
Edea ging in den Mediensaal und schloss dort das Gerät an, um die Liste auszudrucken. Der Drucker spuckte zwei Seiten mit Namen aus. Etwa ein Viertel aller sich auf der Terra aufhaltenden SEEDs stand auf der Liste, musste Edea geschockt feststellen. Sie schaute die Liste durch. Es waren keine Namen nahe stehender SEEDs drauf. Dann stolperte sie über zwei Namen, die sie nervös machten: Die beiden SEEDs waren Quistis' Begleiter auf ihrer momentanen Mission, wo es darum ging, die nächsten Schritte der Galbadia-Regierung in Erfahrung zu bringen.
Quistis betrat mit leisen Schritten die Brücke der Terra. Aus ihrer Handtasche holte sie einen Peil-Sender. Mit einer eleganten Handbewegung warf sie ihn nach oben. Man hörte ein Klick und der Sender klebte fest auf der Scheibe oberhalb der Brücke. Cifer, Xelto, Irvine, Selphie, Xell und Cid, die vorne an den Geräten standen, drehten sich um.
"Quistis? Bist du das? Was trägst du denn da für Sachen?", fragte Irvine erstaunt.
"Es war eine notwendige Tarnung", meinte sie kühl und gesellte sich zu den anderen.
"Habt ihr etwas rausgefunden?", wollte Cid wissen.
"Negativ."
"Wo sind die anderen beiden?"
"Anderen beiden?"
"Du hattest ja zwei Begleiter", erinnerte Cid, "Sind sie heil zurückgekommen?"
"Oh... Nun ja... Sie bekamen einen anderen Auftrag und mussten dort bleiben."
"Aber wir haben gar keine Aufträge mehr erteilt", sagte Selphie und sah Quistis skeptisch an. Plötzlich platzte Edea panisch in den Raum.
"Quistis! Du bist wieder zurück! Ist alles in Ordnung?", schnaubte sie. "Ich habe soeben erfahren, dass die anderen beiden Mitglieder der Sekte sind."
"Was? Und wer hat denen einen neuen Auftrag erteilt?", fragte Xell durch die verwirrte Menge.
"Aomes Trianirea." Alle drehten sich zu ihm um, als er den Raum betrat. Hinter ihm standen Rinoa und der Philosoph, die ihm folgten. Squall ging selbstsicher auf Quistis zu.
"Ich versteh jetzt gar nichts mehr", sagte Cifer und erwartete von Squall eine Erklärung.
"Diese Person hier ist nicht Quistis", antwortete Squall. "Sie ist ein Double, das von Aomes Trianirea erzeugt wurde. In Teneralem gibt es den Pfad der Walpurgis, der aus gewöhnlichen Monstern, bevorzugt Aquilas, glaubwürdige Replikanten erzeugt. Die anderen beiden SEEDs waren mit ihr unterwegs, bis sie sich von ihr getrennt haben, weil sie einen anderen Auftrag bekommen haben... nämlich von der Sekte." Sofort zogen Rinoa, Cifer und Xelto ihre Waffen. Irvine, Xell, Selphie und der Rest zogen sich augenblicklich in eine Ecke zurück und sahen Quistis erschrocken an. Squall fragte sich, ob das nicht etwas zu harsch war. Ohnehin war es so, als würde jemand anders diese erläuternden Worte für ihn in den Mund nehmen, die er sonst nur selten gebrauchte.
"Ihr könnt beruhigt wegsehen. Das ist nicht die echte Quistis", sagte Cifer und machte sich bereit für den Angriff.
"Warte", hielt ihn Squall zurück. Er spürte etwas. Gedankenströme, die eine ungewöhnliche und gleichmäßige Resonanz besaßen. Und es waren eindeutig mehrere Gedanken. Squall versuchte den anderen Strömen zu folgen. Er sah die Inneneinrichtung eines Gebäudes, wahrscheinlich der Präsidentenpalast von Deling-City. Schließlich erfuhr er, was die Replikanten vorhatten:
"Die Replikanten haben den Befehl, bei der nächsten Abstimmung über das Oberhaupt des Cyclus Rates für Cecil Kitisa zu stimmen."
Squall ging langsam auf das Quistis-Double zu, dieses fauchte ihn an, bewegte sich aber nicht von der Stelle. Er musste die falschen Regierungsmitglieder davon abhalten, gegen Ellione zu stimmen. Squall legte seinen Finger auf Quistis' Stirn. Die Gedankenströme, die durch ihn hindurch flossen, schienen verformbar zu sein.
"Ich fühle ihresgleichen", meinte Squall. "Ich kann sie sehen. Ich kann sehen, was sie sehen. Ich kann hören, was sie denken", sagte er langsam. Dabei merkte er nicht, wie erstarrt und verblüfft die anderen durch das Gespenstische, das von ihm ausging, geworden waren.
Squall wusste, was zu tun war. Er schloss die Augen und sah die verschiedensten Winkel des Präsidentenpalastes. Er konnte durch alle Augen gleichzeitig sehen, auch durch jene der falschen Quistis, die ihn anstarrten.
"Ellione muss diese Abstimmung gewinnen!", dachte sich Squall ganz fest. Sämtliche Gedanken schienen plötzlich verformt geworden zu sein.
"Ich bin fertig. Alle falschen Politiker werden jetzt für Ellione stimmen, wenn es so weit ist", erklärte Squall und nahm den Finger von Quistis' Stirn. "Und dir erlaube ich nun zu sterben. Dein Dienst im Namen Hynes ist hiermit beendet."
Doch das Wesen, das alle für Quistis gehalten hatten, ging auf die Knie, senkte seinen Kopf und wurde plötzlich durchsichtig, bis es schließlich komplett verschwunden war.
"Und wo ist die echte Quistis?", wollte sie wissen. Alle sahen zu Squall. Squall schaute zu Edea.
"Sag es ihnen noch nicht", hörte er ihre Gedanken sprechen. Edea wusste es also auch schon.
"Ich weiß es nicht. Vermutlich hält die Sekte sie gefangen", antwortete Squall und verließ den Raum. Rinoa, Cifer, Xelto und der Philosoph gingen ihm nach.
Er fühlte sich allmächtig und groß. Er fühlte die Gedanken anderer Leute, er konnte wieder Gedanken lesen, wie damals in Galbadia. Doch jetzt war es noch intensiver. Er hatte Gedanken manipulieren können. Was war los mit ihm? In Dollet hatte er fast vergessen, dass er einmal so ungewöhnliche Fähigkeiten gehabt hatte, doch nun waren sie wieder da. Er spürte das Entsetzen der Personen auf der Brücke und wusste, dass Edea ihnen wohl gerade die Liste übergeben hatte.
Als Squall die Wände betrachtete, fiel ihm auf, wie defekt sie waren. Er merkte, wie viele Schatten die Wände hatten. Und während von überall fremde Gedanken ihm ins Ohr flüsterten, fragte er sich, ob er wirklich wach war...
Cecil Kitisa stand alleine im großen Sitzungssaal des Cyclus Rates, der sich im ersten Stock des Präsidentenpalastes befand. Es war fast vollkommen dunkel. Nur vereinzelt brannte etwas Licht. Er stand alleine hinter dem Rednerpult und betrachtete diesen gigantischen Saal, wo Weltpolitik gemacht wurde. Momentan war alles leer, es fand keine Sitzung statt.
Kitisa hatte sich an das Pult gestützt und betrachtete in seinen Gedanken versunken das Muster auf dem Holzbrett. Es sah irgendwie seltsam aus. Linien, Kurven, Punkte, alles unregelmäßig. Es schien, also wollten die Striche ein bestimmtes Muster bilden, doch sie wurden von etwas abgehalten. Von der Natur. Und wie war es bei Cecil? Er fühlte sich zerrissen. Das Gegenteil war bei ihm der Fall. Oder doch nicht? War er letztendlich immer noch menschlich? Plötzlich gingen die restlichen Lichter aus. Draußen war es bewölkt, weshalb es im Saal dunkel wurde.
"Schon so müde?", ertönte es aus den Lautsprechern. Kitisa zuckte hoch.
"Wer ist da?" Es kam keine Antwort. "Zed? Zed Black! Sie sind es! Wo sind Sie? Ich dachte, Sie wären tot"
"Nur halbtot", lautete die Antwort aus den Lautsprechern. Kitisa wurde bange und sah sich überall um. Dann entdeckte er in der Ecke hinter ihm, zur Hälfte hinter einem Vorhang versteckt, die Umrisse eines Mannes.
"Was soll das Spielchen? Was machen Sie überhaupt hier?", stotterte Kitisa.
"Dir zur Weltherrschaft verhelfen. Das ist doch genau das, was du möchtest."
"Legen Sie endlich das Mikrofon weg!" Zed warf das Mikrofon auf den Boden, die Lautsprecher gaben ein abscheuliches Dröhnen von sich. Kitisa hielt sich die Ohren zu. Nachdem die Boxen verstummten und Kitisa sich wieder aufrichtete, trat Zed das Mikrofon mit einem festen Tritt vom Podium runter. Das Geräusch ertönte noch mal.
"Aufhören! Was, wenn das jemand mitbekommt!?", brüllte Kitisa verzweifelt. Zed trat hervor. Er hinkte mit einem Bein. Zeds Brille reflektierte das wenige Licht, das in den Raum gelangte, ansonsten wirkte seine Gestalt schattenhaft. Kitisa spürte die Angst in ihm hochsteigen.
"Vergiss nicht, dass ich der Feind der Sekte bin. Sie wollten mich umbringen und bald werden Sie sich wünschen, sie hätten es etwas intensiver versucht", sagte Zed. "Du bist ihre Marionette. Wenn Hyne erst an der Macht ist, werden sie uns beide töten. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten. Gemeinsam können wir unsere Feinde - Aomes Trianirea und die SEEDs - vernichten und unser eigenes Weltreich errichten. Kein Hyne, keine korrupten Politiker und keine pseudomoralischen paramilitärischen Einheiten."
"Sie sind vollkommen verrückt! Und überhaupt: Wie wollen Sie Aomes Trianirea vernichten? Diese Sekte ist selbst ohne ihren Anführer in Sachen Macht unübertroffen."
"Denk doch einmal nach, Cecil", lachte Zed. "Du wirst das Kommando über die Flotte haben, die die SEEDs umstellen soll. Der Befehl lautet, die SEEDs zur Übergabe des Philosophen zu zwingen. Vergiss aber nicht, dass wir genug Feuerkraft haben, die Terra innerhalb einer Sekunde in ein gigantisches Feuerwerk zu verwandeln. Wenn der Philosoph dabei stirbt, dann stirbt auch Hyne. Andernfalls töten wir den Philosophen, sobald er von uns gefangen wurde, anschließend sind die SEEDs an der Reihe. Und unsere Einheiten bekommen dann umgehend den Befehl, alle Sektenbasen und Gardens samt Hyniten auszuschalten. Somit wird die Welt endgültig von diesem Schmutz befreit sein, der seit Jahrzehnten, nein, seit Jahrtausenden seinen Schatten über die Menschheit wirft. DU könntest die Welt retten, Cecil! Du könntest sie erlösen. Du liebst doch Wedows Oper 'Die Erlösung'. Du kannst der Held sein, du alleine."
"Das funktioniert nicht... Niemals... Ich kann es nicht...", meinte Kitisa und setzte sich erschöpft auf den Boden. Zed griff in seinen Mantel und holte eine Akte raus.
"Du weißt, dass ich nach wie vor in Besitz dieser Papiere bin. Wenn du dich mir widersetzt, dann wird die ganze Welt Einblick in deine Vergangenheit und in deine Seele erhalten."
Kitisa schluckte, drehte sich um und sah Zed, wie er über ihn mit der Mappe fächelte.
"Ich will dir doch nur helfen, Cecil."
Squall lehnte am Geländer und betrachtete die Wolken, die am Luftschiff vorbeisausten. Ab und zu düsten ein paar Transporter davon, in denen flüchtende SEEDs saßen. Cifer kam rein und sah Squall majestätisch vor der großen Scheibe stehen. Mit langsamen Schritten näherte er sich.
"So, die meisten Verräter sind jetzt verhaftet worden. Einige sind geflohen und ein paar andere haben Selbstmord begangen", erzählte Cifer.
"Damit bleibt zwar nur mehr eine kleine aber vertrauenswürdige Einheit zurück."
"Ja." Cifer stellte sich neben ihn, lehnte sich aber mit dem Rücken zur Scheibe. "Wo ist Rinoa? Solltest du nicht bei ihr sein?"
"Ja, sie ist im Zimmer. Ich werde später vorbeischauen", antwortete Squall.
"Okay. Ich werde mal nach dem Rechten sehen", sagte Cifer und ging wieder. Squall starrte weiterhin auf die Wolken. Irgendwie war die Sicht verschwommen. Er drehte sich um. Auch das Innere des Luftschiffes wirkte vernebelt. Alles wurde immer unklarer. Er fühle die Temperatur sinken, das Licht verschwinden. Ein Traum? Nein, es fühlte sich komplett anders an. Squall wurde schwindlig.
"Was ist los? Bin ich krank?", fragte er sich und kniff die Augen zusammen.
"Mein Gebieter... Was habt Ihr? Ist alles in Ordnung?", hörte Squall jemanden sagen. Er fühlte sich plötzlich total verändert. Sein Körper, die Umgebung, seine Gedanken... Alles war anders. Er öffnete die Augen. Der Boden war weiter von ihm entfernt als sonst und der Korridor in der Terra hatte sich in eine riesige Halle verwandelt. Alles sah irgendwie anders aus. Alles fühlte sich anders an. War das ein Thronsaal der Sekte? Aber was war mit ihm geschehen. Er schaute auf den Boden und sah dort zwei Personen vor seinen Füßen knien, die besorgt zu ihm aufblickten. Er kannte sie. Es waren Prokylta und Niko.
"Geht es Euch gut? Mein Gebieter!"
"Wann habe ich dir erlaubt zu sprechen?", sagte Squall wütend. Er konnte sich nicht kontrollieren. Er war gefangen. Er war gefangen in Hyne!
"Verzeiht mir", entschuldigte sich Prokylta.
"Der Verlust von Adryan ist vollkommen inakzeptabel. Wir brauchen keine Menschen, die Mitleid zeigen. Für die Durchführung unserer Pläne bedarf es uns an Macht und Zielstrebigkeit, das Notwendige zu tun."
Prokylta schwieg. Sie zitterte.
"Du bist ersetzbar, Prokylta. Ich hoffe für dich, dass mich deine Hexenkräfte vom Gegenteil überzeugen werden. Aber als mein treuester Diener und meiner rechten Hand zur Lenkung der Sekte ist der Schwarze Prinz mindestens genauso gut geeignet", donnerte Hyne. "Wie auch immer. Unser Ziel ist greifbar nahe. Hinfort mit euch!"
Niko und Prokylta standen auf, verbeugten sich und verließen den Thronsaal. Hyne ging ein paar Schritte.
"So ist das also", sagte er plötzlich. Squall sah plötzlich alles um sich drehen. Es wurde dunkel... hell... laut... leise... Er wusste nicht mehr, wo er war... wer er war. Vorsichtig sah er sich um. Er konzentrierte sich und versuchte die Bilder zu ordnen. Ergaben sie einen Sinn? Ja. Sie haben eine Gestalt. Das Bild sieht aus wie ein Gang der Terra. Wie jener Gang, an dem er sich vorhin befand. Doch alles wirkte so surreal. Es sah unverändert aus, doch irgendwie wirkte es nicht echt. Selbst ein Traum fühlte sich realer an. Plötzlich bewegte sich die Wand auf ihn zu. Nein, er bewegte sich auf die Wand zu. Er bewegte sich völlig automatisch. Squall versuchte stehenzubleiben, doch seine Beine gehorchten nicht.
"Adryan, wo bist du? Komm zu mir", sagte er, ohne es gesagt haben zu wollen.
"Kannst du bitte in die Küche gehen und einen Lappen holen? Ich warte solange hier", bat Rinoa den Philosophen.
"Du vertraust mir?"
"Für mich warst du immer 'der Philosoph' und nicht Hyne. Und auch jetzt kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen... Oh, da kommt Squall. Ich kann auch ihn schicken."
"Nein, ich helfe gerne", sagte der Philosoph und machte sich auf den Weg zur Küche. Squall näherte sich mit langsamen Schritten Rinoa, die vor der Tür stand.
"Ist alles in Ordnung, Squall?" Squall ignorierte sie und ging in das Zimmer, wo Adryan schlief.
"Endlich bist du wieder bei mir. Diesmal wird man dich mir nicht wegnehmen!", erklang eine boshafte Stimme aus Squall. Rinoa rannte in das Zimmer.
"Was hast du!?", rief sie. Squall legte seine Hände um Adryans Hals und blickte Rinoa mit seinen teuflisch leuchtenden Augen an. Rinoa stieß einen Schrei aus und zog dann ihr Schwert.
Squall lachte auf einmal.
"Willst du mich umbringen, kleine Renoa?", fragte er lachend.
Rinoas Magen zog sich zusammen.
"Woher kennst du diesen Namen?", fragte sie zischend.
"Ich weiß doch alles über dich. Schließlich bist du mein Mädchen", kicherte Squall. Speichel lief aus seinem Mund.
Hinter Rinoa flog die Tür auf. Der Philosoph in das Zimmer gestürmt und fing Rinoa auf, die vor Schreck nach hinten stolperte. Der Philosoph sah Squall in die Augen.
"Du! Du bist hier!", knurrte Squall dämonisch und legte Adryan zurück. "DU BIST HIER!" Er begann manisch zu lachen und streckte seine Hand nach dem Philosophen aus. Rinoa kniete fassungslos am Boden und sah, wie Squall den Philosophen hochhob.
"Dieser Körper...", brüllte Squall. "Ich... kann... nicht... verschmelzen..."
"Lass ihn in Ruhe!", zischte es aus dem Philosophen, der mit seinen Händen Squalls Unterarme festhielt und einen Zauber aussprach. Squall begann zu leuchten, danach fing er an zu schreien. Plötzlich verschwand das Licht und Squall kippte kraftlos um. Der Philosoph fing ihn auf und legte ihn auf das Bett. Rinoa wollte sich ihm nicht nähern.
"Hyne ergriff Besitz von ihm. Es ist wieder vorbei."
"Was ist jetzt mit ihm?", wollte Rinoa wissen. Squall lag regungslos im Bett. Rinoas Hände begannen zu zittern, als sie das sah. Ihr Atmen wurde schwerer.
"Ich habe ihn in tiefen Schlaf versetzt. Wenn er aufwacht, wird sich zeigen, ob Hyne noch immer in ihm drin ist. Im Moment spüre ich ihn nicht", erklärte der Philosoph und legte seine Hand auf Squalls Stirn. Adryan begann zu weinen. Rinoa schaukelte langsam die Wiege, mehr um sich selbst zu beruhigen. Dann setzte sie sich auf das Bett.
"Das kann doch nicht wahr sein! Wird mit ihm jetzt dasselbe geschehen wie mit Niida und Aloin?", sagte Rinoa mit zitternder Stimme. Der Blick des Philosophen verriet er, dass auch er darauf keine Antwort wusste.
Rinoa blickte auf Squalls bewusstlosen Körper und dann auf Adryan. Er hätte fast ihr Kind umgebracht. In ihrem Hinterkopf formte sich langsam ein Vorschlag. Sie versuchte ihn zu verdrängen, doch dieser Vorschlag ließ sich nicht verdrängen. Sie küsste Squall noch einmal auf die Stirn und drückte dann einen Knopf, um den anderen von den Vorgängen und ihren Schluss daraus zu erzählen.
"Eure Exzellenz. Der Garden nimmt nun direkt Kurs auf die Terra. Wir können ihren genauen Standort ermitteln", berichtete Niko Hyne.
"Oh ja... Ich weiß jetzt auch wo sie sind... Meine andere Hälfte ist bei ihnen. Wir sind unserem Ziel greifbar nahe."
"Was wenn sich der Philosoph weg teleportiert?", fragte Niko skeptisch nach. Hyne füllte mit seinem Lachen den ganzen Raum.
"Dafür werde ich sorgen. Sollte er von seinen Fähigkeiten Gebrauch machen, so verrät er sich nur selbst. Er weiß es und wird es wahrscheinlich auch nicht probieren. Außerdem haben wir ja noch die Lacrima des Alphega und die Deus Ex Machina." Im selben Moment betrat Prokylta den Saal.
"Alle Vorbereitungen zur Errichtung des Schildes wurden abgeschlossen, mein Gebieter", erklärte Prokylta und verbeugte sich. Hyne grinste zufrieden.
"Ausgezeichnet. Aktiviere die Deus Ex Machina mit diesem Zauber." Hyne reichte Prokylta ein Pergament, das nicht dasselbe war, wie jenes, das bisher verwendet wurde. "Der Lacrima-Schild wird sie alle einkesseln. Weder Funksignale noch Magie können dann nach außen gelangen."
"Ja, eure Exzellenz", antwortete Prokylta und verließ den Raum. Niko verbeugte sich und folgte ihr.
Edea, Cid und die SEEDs hatten sich auf der Brücke versammelt.
"Skylar wird dich beim Triumphbogen erwarten. Gebt bitte auf euch Acht. Ich weiß nicht, wie diese Wahl ausgehen wird. Behaltet einfach alles im Auge", sagte Edea, die Irvine gebeten hatte, nach Deling-City zu gehen, um mit Skylar Quistis' Recherche-Auftrag durchzuführen, nachdem der erste Versuch gescheitert war.
"Hey, das gilt aber auch für euch", sagte Irvine bevor er sich auf den Weg machte und die Brücke verließ. Ein Seufzen ging durch den Raum.
"Glaubt ihr, wir haben das Richtige mit Squall getan? Ich meine, ist es nicht unmenschlich?", wollte Xell wissen.
"Na ja, du wolltest den Philosophen umbringen. Der, der sowohl uns als auch Squall vorhin gerettet hat", wollte ihn Cifer noch mal daran erinnern.
"Ich weiß, ich weiß, ich weiß! Aber wenn sich der Philosoph geopfert hätte, dann..."
"Wir haben das Thema abgeschlossen!", sagte Cifer scharf.
Edea sah bedrückt zu, wie sich die beiden stritten. Dann hörte sie leise ihren Kommunikator piepsen.
"Entschuldigt mich bitte", sagte sich plötzlich und ging in den Nebenraum. Zurück blieben Cid, Xell, Selphie, Cifer und Xelto.
"Wie auch immer. Wir sollten versuchen gut miteinander auszukommen", meinte Xelto. "Hyne und Galbadia werden uns bald gefunden haben. Wäre ein Jammer, wenn wir sterben würden ehe wir miteinander ins Reine kommen."
"Du denkst doch nicht jetzt schon ans Sterben?", sagte Cifer. Xell wollte dazu etwas sagen, doch ein paar scharfe Blicke fielen auf ihn.
"Schon gut, Mann. Ich sag ja nichts."
"Mach dir nichts daraus, Xell. Wir wollen Hyne vernichten und der Philosoph wird uns dann sicher eine Möglichkeit verraten, wie wir das tun können, ohne ihn zu gefährden", meint Cifer.
"Ja, außerdem würde sich der Philosoph ohnehin wehren und wir hätten eh keine Chance gegen ihn."
"So rechtfertigst du das also?", schnauzte Cifer bissig.
"Nein... ich..." Xell war am Boden zertört. "Ich weiß nicht mehr, was wir noch machen sollen. Wir werden immer schwächer. Niko hat uns verraten. Die ganze Scheiße wird schon zu viel für uns." Selphie stand von ihrem Stuhl auf und setzte sich zu Xell auf dem Boden.
"Wir schaffen das schon, Xell. Wir sind doch bis jetzt auch immer mit allem fertig geworden", sagte Selphie und legte ihre Hand auf seine Schulter. Cifer setzte sich daneben, schloss die Augen und tat so, als würde er meditieren. Schließlich setzten sich auch Xelto und Cid.
"Au, mein Kreuz", jammerte Cid. "Es war alles noch leichter zu der Zeit, als wir die SEED-Einheit gegründet haben. Das muss jetzt schon um die... 18 Jahre her sein."
"Wir waren damals alle noch im Waisenhaus", sagte Selphie. Plötzlich sprang der Eingang zur Brücke auf und zwei Kinder stürmten rein.
"Mama, ist beschäftigt. Sie hat gesagt, wir sollen zu euch gehen", erklärte Dario. "Warum sitzt ihr alle da rum?"
"Ich sitz neben Papa", sagte Nimbley unbeeindruckt und gesellte sich zu den anderen. Dario tat es ihm schließlich gleich.
"Kann man... in diesem Waisenhaus eigentlich noch wohnen?", wollte Xelto wissen, der Edeas Haus bisher nur aus der Ferne gesehen hatte.
"Oh, es ist zwar ziemlich heruntergekommen, aber es gibt wohl keinen besseren Ort. Das Klima ist angenehm genug, um dort in so einem Haus zu wohnen. Wir haben Wasser, Nahrung..."
"Es ist ziemlich cool dort", unterbrach Dario Cid. "Ich kann's kaum mehr erwarten, wieder dorthin zurück zu kehren."
"Ja, das kann ich mir vorstellen", sagte Xelto und blickte etwas betrübt auf den Boden. Er sah zu Nimbley und sah einen kleinen unschuldigen Jungen. Dann sah er zu Dario und sah einen Jungen, der das Leben kennen lernte. Xelto meinte Eifersucht zu verspüren, doch verdrängte er dieses Gefühl schnell wieder. Dario und Nimbley hatten noch eine Chance. Wie stand es mit ihm? Er bezweifelte, dass er die Kindheit je wieder nachholen konnte. Vielleicht konnte er ja an den Freuden der beiden Kleinen teilhaben, indem er zusehen würde, wie sie groß werden.
"Es gibt in der Nähe auch noch andere Ruinen. Manch einer behauptet, es gäbe dort Gespenster", erzählte Cid in einer gruseligen Stimme und kitzelte Nimbley, der sich kichernd wehrte.
"Xelto, kommst du irgendwann mal bei uns vorbei? Wir könnten ja zu einem der verlassenen Häuser gehen und dort zelten. Lauren und Nimbley könnten auch mitgehen... Wenn Lauren halt nicht mehr sauer ist", schlug Dario vor und strahlte wie er es selten tat. Xelto war das peinlich. Er sah zu Cifer, der immer noch meditierte.
"Ja, können wir irgendwann mal machen", meinte Xelto.
Edea verschloss den Eingang, nachdem sie die Kinder zu Cid und den anderen geschickt hatte. Sie griff nach ihrem Kommunikator und las die neue Nachricht:
"Hab eigene Hologrammeinrichtung bekommen. Treffen in einer Stunde. NKG."
In wenigen Augenblicken... Also musste es bereits geschehen sein...
Als Squall erwachte, wusste er gleich, dass etwas nicht in Ordnung war. Es war dunkel und kalt. Hart und steril. Er konnte nichts sehen, doch konnte er dennoch spüren, wo er war. Er stand auf und trabte zur Tür. Mit einem Faustschlag gegen die Abdeckung der Öffnung, die das Licht verdeckte, verschaffte er sich Sicht nach draußen.
"Squall!", hörte er Rinoa rufen. Die Gitterstäbe ließen sich nicht verbiegen und auch die Tür rührte sich keinen Millimeter.
"Rinoa, hol mich da bitte raus!", sagte Squall und fuhr mit seinen Armen durch die Gitterstäbe des Türfensters hindurch, um nach Rinoa zu greifen. Sie wich einen Schritt zurück.
"Ich kann nicht...", sagte sie. Sie drehte ihm den Rücken zu.
Squall sah auf ihr schwarzes Haar. Dann auf einmal stürmten ihre Gedanken auf ihn ein. Er sah, was passiert war... und das es ihre Entscheidung gewesen war. Er brach zusammen.
"Wo ist der Philosoph? Ich brauche seine Hilfe", flüsterte er tonlos. Squall griff an seine Brust. Auch das Amulett war nicht mehr da. Man hatte es ihm also abgenommen.
"Er wird dir helfen. Ich hab ihm nur gesagt, ich will einen Moment alleine sein."
"Ihr könnt mich doch nicht so einfach einsperren. Wir müssen gegen Hyne kämpfen!"
"Wir alle wollen verhindern, dass dir dasselbe passiert wie Niida... Aloin... Zebarga...", sagte Rinoa und wischte sich die Tränen ab.
"Dann sieh mich bitte an." Rinoa drehte sich um. Plötzlich fühlte sie einen Impuls hinter ihren Rücken, der sie in Squalls Arme warf. Squall zog sie mit aller Kraft an das Gitter.
"HOL MICH ENDLICH HIER RAUS!", schrie er ihr ins Gesicht. Rinoa stieß sich gewaltsam von ihm ab und ging mit schnellen Rückwertsschritten dem Ausgang entgegen.
"Warum?", fragte sie verzweifelt und schüttelte den Kopf. "Warum können wir nicht einfach normal sein? ... Adryan ist endlich bei uns und nun das... Ich will nicht mehr... Bitte, Squall... Warum musste das mit dir passieren?"
Squall sah durch das Gitter hindurch niedergeschlagen zu Rinoa. Sie sah ihn betrübt an und verließ dann zügig den Raum. Squall ließ sich an der metallenen Wand auf den Boden sinken. Seine Augen wurden feucht und brannten...
"Was passiert hier mit mir..."
"ALARMSTUFE ROT! Eingeschlossen von feindlicher Flotte!" Die Sirenen und Signallichter sprangen im ganzen Luftschiff an. Edea ging zum Fenster. Durch die Jalousien konnte sie hunderte, vielleicht sogar tausende von feindlichen Flugzeugen und Luftschiffen sehen.
"Achtung, eine wichtige Durchsage, hier spricht Cid. Diese Schweine aus Galbadia haben uns eine Falle gestellt. Aus irgendeinem Grund konnten wir sie nicht auf den Radar erkennen und nun sind wir von allen Seiten eingekreist. Ich möchte alle SEEDs der Klasse 25 und höher bitten, sich in die Brücke zu begeben. Wir werden taktische Maßnahmen planen."
Edea konnte die aufkommende Angst wahrlich fühlen. Schritte und panisches Gebrüll kamen aus allen Ecken der Terra.
"Den Rest möchte ich ersuchen, sich ruhig zu verhalten. Meidet jegliche Kampfhandlungen. In aggressiven Verwicklungen sind wir hoffnungslos unterlegen... Danke... Und... bitte behaltet eure Nerven und euren Glauben an euch... Was auch kommen mag...", beendete Cid die Durchsage.
"Ausgerechnet jetzt! Scheiße!", fluchte Xell und tippte hastig auf der Konsole rum. Plötzlich erschien auf dem Monitor das Bild einer Funkübertragung. Cid, Xell und Selphie sahen einen zierlich gebauten Mann mit einem Zahnstocher im Mund auf dem Bildschirm. Er grinste:
"Im Namen der Regierung Galbadias und der Vorsitzenden des Cyclus Rates... Wir fordern die umgehende und widerstandslose Auslieferung einer Person, die sich 'Philosoph' nennt", sagte er mit einer öligen Stimme.
Xell sah aufgeregt auf allen Seiten nach außen. Die feindliche Flotte hatte sie eingesperrt. Flugmaschinen soweit das Auge reichte.
"Sie werden uns wegblasen!"
Cid schaute sich ebenfalls um, bevor sein Blick wieder auf den Monitor fiel, von dem der Leiter dieser
Offensive mit einem boshaften Schmunzeln herabblickte und dabei genüsslich auf seinem Zahnstocher kaute...
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