Ein kluger Mensch sagte einmal, dass es gefährlich wäre, wenn man Kindern sagen würde, dass ihre dunklen Gedanken unnormal seien. Denn dann würden diese Kinder über ihre düsteren Gedanken brodeln und irgendwann zu dem Schluss kommen, dass sie sich nur über ihre Dunkelheit und über ihr Leid definieren. Und dann können aus diesen Kindern furchtbare Menschen werden, die sich als Opfer sehen und Rache an der Welt nehmen wollen, indem sie ihre Urängste ausmerzen und sich ein klar strukturiertes Reich erschaffen. Denn Ängste hemmen die persönliche Entwicklung, wenn man sich ihnen nicht irgendwann stellt. Man verkriecht sich, dreht sich nur um sich selbst, und entwickelt sich persönlich nicht weiter. Irgendwann ist man dann erwachsen und hat einen gewissen Status und beginnt, die persönliche Macht zu missbrauchen und sich dabei gewissenlos im Recht zu fühlen, denn man übt ja schließlich nur Rache, bzw. erkämpft sich ja nur seinen Platz in der Welt, der einem vor so langer Zeit von gewissen Personen streitig gemacht wurde.
Eine fatale Entwicklung letztlich.
Ich oute mich mal als hemmungsloser Weltverbesserer und Optimist, der tatsächlich die Welt verändern will. Und da das einzige, was ich wirklich kann, kreative Sachen, wie Schreiben, sind, möchte ich meine Fähigkeiten ganz dieser Aufgabe widmen.
Ich denke, der Mensch muss dazu alle falschen Barrieren fallen lassen und sich wirklich um die Grundlage von seiner eigenen Person kümmern. Er muss sich selbst begreifen und wahrhaftig zu einem Selbst-Bewusstsein kommen.
Aus diesem Grund kümmert sich dieses Kapitel von AT sehr um die Bösewichte, bzw. um den Antrieb, der sie treibt. Mir ging es hierbei hauptsächlich darum, die gedankliche Welt darzustellen, die diese Menschen treibt.
Kern des Kapitels sind die Sequenzen, wo parallel Hynes Visionen, Rinoas Rausch und die Entstehung von Artemisia gezeigt wird. Das ist der wahre Kern des Kapitels. Alles andere brauchte ich, um darauf hinzuarbeiten und den Rest, um die Konsequenzen draus zu ziehen.
Dabei gibt es abstrakt gesehen, zwei Parteien. Hyne und Prokylta (die nicht auftaucht im Kapitel, aber das gleiche wie Squall durchgemacht hat) und Squall. Squall und Hyne haben am Ende den gleichen Wissensstand, treffen jedoch unterschiedliche Entscheidungen.
Wir alle erfahren schlimme Dinge in unserem Leben und stellen uns berechtigterweise Fragen wie "Wieso ich? Was ist mit meinem Schmerz" etc.
Manche nutzen diesen Schmerz, um reifer zu werden, dagegen anzugehen. Squall macht am Ende des Kapitels aus diesem Schmerz, ein Geburtsschmerz. Er wird durch die Überwindung reifer. Er ist sprichwörtlich durch die Hölle gegangen.
Hyne sieht nur noch einen Weg, den absoluten Untergang. Er lebt in seiner Weltordnung, wie er es sieht, und will immer wieder in einer Wiederholung des Gleichen sich im Kreis drehen.
Alphega ist eine interessante Figur. Die Seele des Universums ist zum Mitläufer geworden. Am Ende gibt er Squall quasi den Auftrag es besser zu machen. Squall, der Mensch, hat seine Identität gewonnen und sich seine Freiheit erkämpft.
Natürlich kann man das Kapitel auch problemlos "Das Reich der Träume - Teil 3" nennen, aber "Im Himmel der Hölle" spielt auf etwas anderes an. Egal wie schön und wunderbar alles aussieht, auf den Kern kommt es an. Das Herrenhaus sieht schön aus, Hyne gibt sich kultiviert, sein Kern jedoch ist resigniert und zynisch.
Jeder muss durch seine private Hölle. Entweder man steigt durch oder man bleibt drin.
Niemand hat ein Recht auf ein Monopol des Leids. Alle haben Gefühle.
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