Der Zweiteiler, der die dritte Episode beschließen sollte, hat, wie Shadow im 31er Log bereits geschrieben hatte, eine sehr ungewöhnliche Geschichte.
Es existierte zwar Kapitel 32 in einer Rohfassung schon vor 31, aber trotzdem passte ich einiges danach an 31 an, da es ansonsten sehr viele Dopplungen gegeben hätte.
Im Grunde geht es im Finale von Episode 3 um eine Person, die in Episode 3 quasi die Hauptperson war: der Philosoph. Episode 3 begann mit seinem Auftreten und endet mit der Vereinigung mit Hyne. Damit die Richtung für die beiden Kapitel klar ist, stellten wir 31 vor dem eigentlichen Anfang eine Begegnung zwischen Alphega, dem Philosophen und Hyne voran. Somit hatten beide Kapitel eine Klammer.
Nun hatte das 32. Kapitel in der ersten Fassung einen Umfang von 28 Seiten und war mehr oder weniger eine Aneinanderreihung von dramatischen Höhepunkte. Es gab viel zu erzählen, die Story hatte 3 Knotenpunkte: Xeltos Amoklauf, Kitisas und Zeds Tod und schließlich die komplette Endphase.
Dies miteinander zu verknüpfen war eine sehr schwierige Sache. Obwohl es uns gelang, die meisten Ereignisse in einen Faden zusammenzufassen, kamen wir nicht drum herum, einen zweiten Handlungsfaden einzuführen, der in Deling-City spielte.
Nun begann nach der Fertigstellung von 31 ein großes "Streichkonzert". Wie man sieht, sind 7 geschnittene Szenen extrem viel, aber ich denke, dass sie insgesamt das Kapitel besser machen. Zuerst flog die lange Erklärung des Philosophen raus. Die Informationen, die er da erzählt, kennt man bereits aus 31. Zwar sind hier und da interessante Details, aber insgesamt war es viel Gerede um etwas, was man bereits wusste. Da ich fühlte, dass das Kapitel einen schnellen Einstieg brauchte, flog die Szene raus. Die Exposition des Kapitels ist nun mehr oder weniger die Abreise.
Wir hatten also einen schönen Einstieg mit Edea und Niko, das einen wiederum die Frage stellen ließ, wo Niko eigentlich stand. Ursprünglich sollte bereits in diesem Kapitel Nikos Schicksal sich entscheiden, aber da es dann vollkommen überfrachtet gewesen wäre und somit er automatisch in den Hintergrund gerückt wäre, hab ich das fallengelassen.
Dann folgten zwei Szenen. Ich wusste, man musste diese Atmosphäre des drohenden Todes greifen können, um auch Rinoas Panik zu verstehen. Dann gab es die Szene zwischen Rinoa und Squall. Die ist mehr oder weniger so geblieben. Ich habe ein paar Zeilen später nach einem Gespräch mit UnholyGuardian hinzugefügt, die das Verhältnis Traumwelt/Squalls Fähigkeiten kurz aufgreift, damit es da keine bleibenden Fragen gibt und das Ende des Dialogs (das sehr kitschig war) rausgenommen. Kurz nach dieser emotionalen Szene kommt der schöne Schnitt zu einer anderen Liebesbeziehung Lauren/Xelto und schließlich die Abreise. Der Anfang stand also.
Wir näherten uns nun dem zweiten Handlungsplot. Die Szene zwischen Kitisa und Zed sollte quasi noch mal das etablieren, was im letzten Kapitel schon vorkam.
An der Stelle war mir wichtig, da es die letzten Szenen über das Thema Politik waren, zu erklären, was meiner Meinung nach, Diktatoren treibt. Was ist der Grund für Machtgier? Warum wollen Menschen andere beherrschen? Die Szene gibt eine kleine Antwort: Es ist Angst. Angst vor der Welt und Angst vor den Menschen und natürlich wenig Selbstbewusstsein. Mir gefällt auch Zed sehr in der Szene, weil er einfach ein phantastischer Puppenspieler ist. Er ist ein hervorragender Menschenkenner und einfach nicht tot zu kriegen. Obwohl dieser Mann widerlich ist, hab ich doch irgendwie etwas Ehrfurcht vor seinem stetigen Steh-auf Können. An der Stelle sollte man auch erwähnen, dass Zed übrigens auch ein Kind hat, das im FanFic auftaucht. Wir haben das in Andeutungen gelassen, aber es hat was mit Sherry und dem echten (toten) Gareth Balmung zu tun.
Bei der Korrektur ist mir aufgefallen, wieviele verschiedene Menschen wir in AT doch haben. Auf der einen Seite Softies wie Squall und Rinoa und dann wieder Menschen wie Xelto und Lauren, die nur für den Moment leben und dann wechseln wir zu einem schwulen Politiker, der nicht zu sich selbst stehen kann.
Letztendlich entwickelt sich dann das Kapitel weiter und es passieren viele ereignisreiche Szenen, die eigentlich für sich selbst sprechen. Vielleicht noch ein paar Sätze zur Struktur.
Ich hätte das Kapitel nie so schreiben können, wäre es nicht ein Kapitel 32 gewesen. Diese Ereignisse hätten locker Platz für 3 bis 4 Kapitel gehabt. Aber ich denke, dass man nach 31 Kapitel behutsamen Erzählens so was machen kann. Wir haben den Leser an einem Punkt geführt, wo er so ein Kapitel annimmt, wo er/sie selbst natürlich wissen will, wie es weitergeht.
Das Kapitel beinhaltet, ähnlich wie die Episoden 1 und 2 Finalen, viele Wendepunkte und nun, zum ersten Mal in AT, auch wirkliche Abschlüsse. Es macht immer Spaß, Storyfäden zu einem Ende zu bringen.
In der Mitte des Kapitels wird nun der Politikplot beendet, der im Prinzip seit Kapitel 2 "Volunt" im Hintergrund mitlief und vor allem durch Kitisa sehr an Profil gewonnen hat. Kitisa ist zu einer fantastischen Figur geworden. Zuerst war es ein unsympathischer Politiker, dessen Ruf besser war als er selbst. Und dann haben wir aber (mit Kapitel 17) begonnen, hinter diese Fassade zu blicken, bis wir nun endlich in seiner letzten Szene diesen Menschen begreifen, den Grund für sein ganzes Tun und Handeln.
Kitisas und Zeds Tod wurde intern heiß diskutiert. Für uns war immer klar, dass Zed über etwas stolpern soll, mit dem er nicht gerechnet hat. Er sollte durch seine Sünden selbst getötet werden. Es lag u.a. ein Entwurf auf dem Tisch, wonach Zed wahnsinnig werden sollte und von den Geistern seiner Opfer heimgesucht werden und daraufhin sterben sollte. Schließlich jedoch kam diese Variante. Ich wollte ihm eine Szene geben, wo er noch mal all das ausspielen konnte, worin er gut war. Er sollte noch einmal all die Masken auflegen, die er zur Verfügung hatte. Und es sollte ein Fragezeichen bleiben, was er denn nun wirklich wollte. Wollte er wirklich, dass Hyne verlor?
Wie ein guter Superschurke bekam er natürlich seinen typischen Steh-auf-Männchen Tod und durfte, trotz zwei Kopfschüsse, noch "Scheiße" sagen. Eine kleine Verbeugung für eine Figur, die eigentlich nach einem Kapitel bereits tot sein sollte.
Zum Ende kann ich eigentlich nicht viel sagen. Wir haben auch hier viel umgeschrieben. Neu dazugekommen sind hier z.B. der Aufmarsch der Sekte und Squalls Bestreben zu ihnen zu gehen. Ursprünglich löst er sich einfach nur auf und die Sekte verschmolz mit den Gardens mit Hynes Zitadelle, aber ich wollte sie hier einfach noch mal auftauchen lassen. Es ist für sie das Ziel ihrer Träume. Außerdem sollte Niko noch mal auftauchen, nachdem seine Szenen im Prokylta Kampf geschnitten wurden.
Auch der Schluss sorgte für viel Diskussionen. Wie sollte man Squalls Tod sehen. Die Szene auf der Wiese habe ich komplett neu geschrieben, inklusive des Einfügens der Traumfragmente aus Kapitel 1, was in der ersten Version nicht wirklich ging.
Auch war die Beerdigung zwischendurch mal raus, um dann verlängert wieder reinzukommen. Auch war mal die Rede davon, die letzten Zeilen rauszunehmen und wirklich den Leuten glauben zu machen, Squall sei endgültig tot.
Was am Schluss ganz interessant ist, ist, dass Squall quasi momentan genau an der gleichen Stelle steht, wie Julia vor ihrer Verwandlung zu Prokylta. Etwas, was in "Im Himmel der Hölle" (Kapitel 33) nicht unwichtig sein wird...
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