Es war soweit: Nach langen
Planungen stand das Grundgerüst von Kapitel 2 und es konnte begonnen
werden, es niederzuschreiben. Bevor ich anfing auf die Tastatur einzuschlagen,
saß ich einige Minuten vor dem leeren Dokument. Es war das erste Mal,
dass ich an einer umfangreichen Story arbeitete und ich wollte, dass
dieses Kapitel stilistisch perfekt wird (was es nicht wurde, wenn
ich es mir jetzt nochmal durchlese), über die Handlung hab ich mir
damals nicht wirklich viele Gedanken gemacht, weil sie zum Großteil
schon festgelegt war. Ich war sehr beeindruckt von Kapitel 1 und wollte
das Level irgendwie beibehalten. Letztendlich zeigte es sich in der
Form einer langen Schilderung zu Beginn des Kapitels, welche den Einstieg
recht locker und gemütlich machte. An der ersten Seite saß ich ca.
eine Stunde, oder länger, keine Ahnung. Vor allem machte ich mir Sorgen,
dass mein Satzbau zu simpel sein würde. MfLuder riet mir, ich sollte
versuchen mich in die Figuren und ihre Situation hineinzuversetzen
und es zeigte tatsächlich Wirkung. Ich vergaß darüber nachzudenken,
wie ich schrieb und versuchte stattdessen mich mehr auf die Gefühle
der Charaktere zu konzentrieren. Ich weiß noch, dass ich während der
Kampf-Szene ziemlich aufgeregt war. Jedenfalls hab ich mich ans Schreiben
gewöhnt und es macht mir nun Riesenspaß. Einzig die Versuche Wortwiederholungen
zu meiden und das gelegentliche Durchlesen des jeweiligen Absatzes,
um zu simple Sätze etwas besser zu formulieren, hab ich mir noch nicht
abgewöhnt. Man merkt, dass ich mehr ein Techniker als ein Künstler
bin.
Zu Beginn hab ich auch großes Augenmerk auf die Dialoge gelegt. Man
sollte anhand deren Worte die Figuren perfekt personifizieren konnte.
Ich glaube damit hab ich etwas übertrieben, da sich Cifer hier sehr
arrogant und Ellione sehr sanft verhält. Odyne ist mir, denk ich,
recht gut gelungen und es war auch cool ihn zu schreiben, ebenso Laguna.
Squall war in dieser Hinsicht wieder relativ einfach auf "Papier"
zu bringen. Niidas Charakter nimmt im Gegensatz hier noch nicht sonderlich
viel Gestalt an, aber man bekommt zum ersten Mal einen Eindruck von
seinen Fähigkeiten, nachdem man ihn in FFVIII nie kämpfen sah. Ich
persönlich mag die Goodsworth-Familie sehr gerne. Jeder unterscheidet
sich von anderem und ist ohne Zweifel ein Thema für sich. Daraus werden
bestimmt noch interessante Geschichten entstehen...
Für dieses Kapitel hatte ich eigentlich keinen bestimmten Faden vorgesehen,
also weder einen großartigen philosophischen als auch symbolischen
Aspekt. Die Reise hatte bereits begonnen und hier sollten sie erste
Anhaltspunkte finden, denn langsam aber sicher kommt das Abenteuer
ins Rollen. Als ich mir Gedanken über dieses Kapitel machte, hatte
ich vor ein sehr mystisches daraus zu machen. Aber letztendlich hat
das dann doch nicht so in die Handlung von 2 reingepasst, es war lediglich
das Artefakt, das ein Fragezeichen bei den Lesern hervorrufen sollte.
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