Das Schreiben dieses Kapitels war für mich was ganz Besonderes.
Als wir ungefähr in der Hälfte der Episode waren, nahmen die Pläne für das Episodenfinale konkretere Züge an. Wir hatten verschiedene Szenarios entworfen (u.a. eine große Schlachtszene in Dollet) und wieder verworfen. Als sich dann herauskristallisierte, dass die Episode nicht sehr bombastisch wird und durch die "Per Manum" Verschwörung einen sehr politischen Anstrich bekam, war für mich klar, dass es einen Schluss braucht, der diese Fäden zusammen verknüpft. Daneben kamen noch die ganzen anderen Subplots, wie Niko, der Garden, die Verschwörungen, die Ideologien, Fib...
"Das Ende" ist der erste und komplexere Teil der beiden Kapitel. Ich wollte, dass sich hier ein Kreis schließt, der mit Kapitel 9 angefangen hatte. Es sollte eine Menge beantwortet, aber auch neue Fragen gestellt werden. Letztlich kamen viele Antworten früher als erwartet, aber im Prinzip dachte ich mir, dass es nicht schaden würde, vieles jetzt schon zu enthüllen.
Das Kapitel ist ein typischer 3 Akter. Ein flotter Anfang legt den Grundstein der Handlung, im Mittelpart entwickeln sich langsam die Themen und auf den letzten 10 Seiten wird dann alles zusammengefügt.
Um eine Verbindung zu Kapitel 9 und 10 herzustellen, die seinerzeit die Grundbausteine für die Episode legten, kehren wir zum Postamt von Timber zurück. Fans werden sich vielleicht noch an die kleine Sequenz in Kapitel 9 erinnern, wo man einen ersten Eindruck bekam, wo der mysteriöse Stein hingelangen sollte.
Auch war es an der Zeit, Niko in den Mittelpunkt zu stellen. Bisher als Antagonist aufgetreten, wird er hier zum Protagonisten und steht nun an einem Punkt, wo er bereit ist, den Fall um seinen Bruder Niida und damit auch seine eigene Vergangenheit aufzurollen. Damit näheren wir uns einen Punkt und einer Frage, die sich die Leser (hoffentlich) gestellt haben, seitdem wir Niko in Kapitel 10 zum ersten Mal getroffen haben. Ich wollte den Effekt erzielen, dass wir zum ersten Mal hinter seine arrogante Art schauen - indem ich ihn in den Mittelpunkt stellte.
Der zweite große Hauptplot führt uns zu Squall. Nachdem die zweite Episode in vielerlei Hinsicht ein Ensemble-Werk war, wo die verschiedensten Figuren zusammen wirkten, sollte er in Mittelpunkt gerückt werden. Ursprünglich war meine Befürchtung, er würde unter den Subplots untergehen, doch diese erwies sich als unbegründet.
Die Gespräche mit Fibrean Copper bildeten gewissermaßen den Kern des Kapitels. Das dritte Gespräch wird für Squall zu einem Schlüsselerlebnis. Er spricht mit Fib über seine Ängste und Sorgen. Dabei wird man feststellen, dass Squall genau an einem Punkt ist, wo die Bösen auch sind. Er steht kurz vor dem Verzweifeln vor der Welt. Doch Fib gibt ihm die Kraft weiterzumachen. Letztlich ist das Gespräch Fib/Squall ein Symbol für den inneren Konflikt in Squall. Fib therapiert ihn nicht wirklich, er gibt ihm Stichworte. Letztlich zieht sich Squall selbst heraus. Wer tiefgehend interpretieren will, kann sich ja fragen, ob Fib überhaupt ein einziges Wort gesprochen hat...
Das Kapitel hat natürlich noch viele weitere Aspekte, doch ich will es bei diesen beiden belassen. Ich denke, wer AT etwas genauer liest oder irgendwann alles hintereinander wird noch viel entdecken. Im Grunde genommen ist "Das Ende" eine Zusammenkunft der verschiedensten Menschen. Für jeden ändert sich etwas nach diesem Kapitel. Inwiefern es jedoch wirklich der große Wandel ist, von dem Prokylta und Hyne träumen, wird sich zeigen...
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