Als Hironobu Sagakuchi die ersten Konzepte für Final Fantasy VIII erstellte, schwebte ihm vermutlich eine Welt vor, in der die Symbiose zwischen Magie und Technik, zwischen Altem und Neuem vollkommen ist und diese beiden Gegensätze harmonisch koexistieren. Im Gegensatz zum 6. und zum 7.Teil, wo diese beiden Elemente in einem Konflikt miteinander standen, wurde dies in Final Fantasy VIII kaum, bzw. gar nicht berücksichtigt. Das ultimative Symbol ist die Gunblade, das Schwert, dass Moderne und Tradition vereinigt, in dem in einer Waffe sowohl eine Feuerwaffe als auch ein Schwert sich befindet.
Final Fantasy VIII war das erste Spiel der "Final Fantasy"-Reihe, dass ich gespielt habe und ich erinnere mich noch, wie ich während des Spiels immer wieder auf diesen Konflikt gewartet habe. Doch er kam nicht. Zumindest nicht offensichtlich.
Die Welt des 8. Teils ist ganz auf die Liebesgeschichte zugeschnitten, also musste die Welt idealistisch wirken, wie als wenn man frisch verliebt sei. Allerdings wird auch diese Liebe bedroht.
Das Ungleichgewicht kommt, als die Hexen auftreten. Die Hexen repräsentieren eine alte Macht, auf der das Fundament dieser Welt gebaut ist. Sie kommen aus einer längst vergangenen Zeit und haben ihre Kräfte vom Schöpfer persönlich. Dieses ungewöhnliche Element wird auch musikalisch hervorgehoben. So hat Uematsu für die Hexen eine Musik komponiert, die zwischen Barock und Gotik liegt, dass sich sehr eindeutig von der sehr romantischen Basis des Soundtracks abhebt.
In FF8 musste Edea/Artemisia weltliche Macht erlangen, um ihre Ziele durchführen zu können. Zu diesem Zwecke ergreift sie die Macht über Galbadia, einer militärischen Nation. Auch Adell hat sich Esthar angeeignet. Sogar die magischen Hexen müssen sich mit Politik beschäftigen.
In AT haben wir diesen Konflikt weiter ausgebaut. In diesem Kapitel wird der Konflikt zwischen Modernem und Altem deutlich hervorgehoben. Dies kann man auch daran erkennen, dass beinahe alle Bösewichte in dem Kapitel vertreten sind (Caris nur indirekt; er taucht nicht persönlich auf, mischt jedoch in der Handlung mit).
Wir haben in AT das spirituelle Böse, personifiziert durch Prokylta und Xelto. Dann haben wir das politische Böse, dargestellt von "Per Manum" und Caris. Zwischen all dem steht Zed Black, eine Art moderner Hagen, ein Anti-Held, der wie Fett immer oben schwimmt.
Der eigentliche Bösewicht Aloin, steht zwischen all dem. Auch er versucht weltliche Macht zu erlangen.
Wir treffen in dem Kapitel zum ersten Mal auf "Per Manum". Es ist vielleicht verwunderlich, warum wir uns für so einen ungewöhnlichen Stil für die Begegnung mit entschieden haben, wo doch "Per Manum" durch Caris monströse Dimensionen erreicht hatte.
Caris ist der lebendige Beweis dafür, wie "Per Manum" einmal gewesen ist. Brutal, allmächtig und pervers. Allerdings ist die Ära der politischen Korruption in dieser Welt bald vorbei, da Aloin und Prokylta kontinuierlich ihre Macht mehren. "Per Manum" wird quasi von der Geschichte, die sie solange kontrollieren wollten, vernichtet. Sie wurden von Adell gegründet und haben im Laufe der Geschichte ihre eigenen Wurzeln vergessen. Ich wollte, dass "Per Manum" einen ganz eigenen Stil bekommt, dass man mitbekommt, dass sie fallen werden, wie Aloin am Ende des Kapitels so bombastisch verkündet. Sie werden von der Realität eingeholt. Ewain Pollendina war der letzte Realist der Organisation, das böse Hirn hinter allem. Er hat quasi Selbstmord begangen, nachdem er seine Machtlosigkeit eingesehen hatte.
Ein weiterer Faktor ist "der Boss". "Der Boss" scheint der Mensch zu sein, der hinter der Organisation steht. Es deutet alles drauf hin, dass Julia Heartilly genau diese Person sein könnte. Allerdings gibt es auch andere Hinweise. Die folgenden Kapitel werden Auskunft geben, was mit Julia passiert ist, ob sie noch lebt oder nicht und ob sie tatsächlich so korrupt und finster ist, wie es den Anschein hat. Nur muss man sich die Frage stellen: Braucht "Per Manum" überhaupt einen Boss? Oder ist das System selbst vielleicht der Feind?
Es gibt auf alle Fälle jemanden, der "Per Manum" verkörpern wird und ja, er tauchte bereits in AT auf.
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